Oberkörper eine Frau mit leuchtendem Tumor an der Brust

Brustkrebs-Früherkennung: Mammographie-Screening und Abtasten

Aktualisiert am:

Von: Claudia Krapp (Biochemikerin, M.Sc.)

  • Um Brustkrebs möglichst früh zu entdecken und dadurch die Heilungschancen zu verbessern, gibt es das gesetzliche Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.
  • Im Rahmen der gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennung können Frauen je nach Alter verschiedene Untersuchungen wahrnehmen.
  • Dazu gehören die Tastuntersuchung und die Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie). Zusätzlich können Frauen sich regelmäßig selbst untersuchen.

Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Lexikon

Brustkrebs-Früherkennung: regelmäßige Untersuchungen, um Brustkrebs möglichst früh zu entdecken und dadurch die Heilungschancen zu verbessern

In Deutschland gibt es ein gesetzliches Programm zur Früherkennung verschiedener Krebsarten – unter anderem für Brustkrebs. Denn wenn Brustkrebs früh entdeckt wird, ist er in der Regel gut heilbar. Auch die Therapie ist für Betroffene dann häufig weniger belastend.

Die Brustkrebs-Früherkennung richtet sich an Frauen, die keine Beschwerden haben. Die Teilnahme ist freiwillig und alle Angebote werden von der Krankenkasse bezahlt.

Die gesetzliche Brustkrebs-Früherkennung umfasst in Deutschland:

  • eine jährliche ärztliche Tastuntersuchung,
  • eine Anleitung zur Selbstuntersuchung und
  • regelmäßige Mammographie-Untersuchungen.

Alle Untersuchungen haben Vor- und Nachteile.

Frauen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs können im Rahmen der sogenannten intensivierten Früherkennung noch weitere Untersuchungen wahrnehmen.

Brustkrebs-Früherkennung für Männer und trans* Personen: Auch Männer und trans* Personen können an Brustkrebs erkranken. Bei Männern ist Brustkrebs jedoch so selten, dass eine organisierte Reihenuntersuchung gesunder Männer nicht sinnvoll ist.

Zur Häufigkeit von Brustkrebs bei trans* Personen liegen keine verlässlichen Zahlen vor. Neue Studien haben jedoch gezeigt: Trans* Männer und trans* Frauen haben jeweils ein niedrigeres Brustkrebsrisiko als cis Frauen und ein höheres als cis Männer. 

Ob trans* Personen an den gesetzlichen Angeboten zur Brustkrebs-Früherkennung teilnehmen sollten, ist individuell für jede Person zu prüfen. Für cis Männer gibt es keine entsprechenden Angebote.

Wichtig für alle Geschlechter: Wenn Sie Beschwerden oder Symptome für Brustkrebs haben, wenden Sie sich jederzeit an ihren Haus- oder Frauenarzt, um diese abzuklären – unabhängig von den Früherkennungsuntersuchungen.

Brustkrebs-Früherkennung ist keine Vorsorge

Die Untersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung schützen nicht vor Brustkrebs – sie verhindern also in aller Regel nicht, dass Brustkrebs entsteht. Sie können ihn nur in einem frühen Stadium erkennen, bevor er Symptome macht.

Gesetzliches Programm zur Brustkrebs-Früherkennung

Alle weiteren Videos der Reihe "Krebsfrüherkennung" finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Gesunden Frauen wird im Rahmen der gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland Folgendes angeboten:

  • Ärztliche Tastuntersuchung – Frauen ab 30 Jahren können sich jährlich von ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt die Brüste und Achselhöhlen abtasten lassen.
  • Anleitung zur Selbstuntersuchung – Ab 30 Jahren können Frauen sich außerdem von ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt zeigen lassen, wie sie sich am besten selbst untersuchen.
  • Mammographie-Screening – Zwischen 50 und 75 Jahren können Frauen zusätzlich zur Tastuntersuchung alle 2 Jahre eine Mammographie in Anspruch nehmen. Bei dieser Untersuchung wird die Brust mit niedrig dosierten Röntgenstrahlen untersucht.

Gut zu wissen

Frauen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs können eine intensivierte Früherkennung wahrnehmen.

Kostenübernahme: Die ärztliche Tastuntersuchung und das Mammographie-Screening sind Teil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms und werden daher von der Krankenkasse bezahlt. Die Fahrtkosten zum Untersuchungsort werden nur für pflegebedürftige und schwerbehinderte Personen erstattet, die dauerhaft in ihrer Mobilität beeinträchtigt sind. 

Private Krankenversicherungen übernehmen meist dieselben Leistungen wie die gesetzlichen. Wer privat versichert ist, sollte sich sicherheitshalber jedoch direkt bei der eigenen Krankenkasse erkundigen.

Die Teilnahme ist freiwillig: Frauen können selbst entscheiden, ob sie an der gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennung teilnehmen und welche Untersuchungen sie haben möchten. Es kann helfen, vorher Nutzen und Risiken abzuwägen. Wer auf die Brustkrebs-Früherkennung verzichtet, hat dadurch keine Nachteile bei der Krankenversicherung.

Ultraschall und Tomosynthese: Nicht Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms

Manche Ärzte bieten zur individuellen Brustkrebs-Früherkennung Brustuntersuchungen per Ultraschall und/oder Tomosynthese an. Dabei handelt sich um sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Das bedeutet: Beide Untersuchungen müssen in der Regel selbst bezahlt werden.

Die Tomosynthese ist eine Weiterentwicklung der Mammographie. Dabei werden aus unterschiedlichen Winkeln mehrere Röntgenbilder der Brust erstellt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, Brusttumore zu erkennen. 

Allerdings ist bisher nur für das konventionelle Mammographie-Screening belegt, dass es die Brustkrebssterblichkeit in der Bevölkerung senkt. Für regelmäßige Brustultraschall- und Tomosynthese-Untersuchungen konnte dies nicht gezeigt werden. Sie sind daher nicht Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. 

Wichtig zu wissen: Gibt es bei der Tastuntersuchung oder bei der Mammographie einen auffälligen Befund, wird dieser oft mit einem Ultraschall und/oder mit einer Tomosynthese abgeklärt. Dann übernehmen die Krankenkassen die Untersuchungskosten.

Welche der Untersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung Sie bei sich durchführen lassen, können Sie selbst entscheiden. Sie können abwägen, ob für Sie persönlich der Nutzen oder die möglichen Risiken überwiegen. Dafür kann es hilfreich sein, sich vorab über die Vor- und Nachteile der einzelnen Untersuchungen sowie Ihr eigenes Brustkrebsrisiko zu informieren.

Persönliches Brustkrebsrisiko: Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt um eine Einschätzung zum individuellen Brustkrebsrisiko bitten – zum Beispiel im ärztlichen Vorgespräch der Tastuntersuchung.

Informiert entscheiden

Die Angebote der Brustkrebs-Früherkennung sind mit Risiken verbunden. Bei der persönlichen Entscheidung für oder gegen ein Angebot kann es helfen, Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen.

Vor- und Nachteile der Tastuntersuchung

Vorteile der ärztlichen Tastuntersuchung:

  • Die Untersuchung der Brüste geht schnell, ist schmerzlos und einfach durchführbar.
  • Sie kann gelegentlich dazu beitragen, Brustkrebs in einem frühen Stadium zu entdecken – vor allem, wenn der Tumor dicht unter der Hautoberfläche liegt.

Nachteile der ärztlichen Tastuntersuchung:

  • Viele auffällige Tastbefunde sind letztlich kein Brustkrebs. Die Auffälligkeiten können aber zu eigentlich unnötigen Untersuchungen führen und Sie beunruhigen.
  • Oft ist früher Brustkrebs nicht tastbar – die ärztliche Tastuntersuchung bietet also keine absolute Sicherheit, dass kein Brustkrebs vorliegt.
  • Wenn Sie bereits an der Brust operiert wurden oder Silikonimplantate tragen, kann dies die Tastuntersuchung erschweren.

Wichtig zu wissen: Es ist nicht belegt, dass regelmäßige ärztliche Tastuntersuchungen die Wahrscheinlichkeit senken, an Brustkrebs zu versterben. Denn wenn Brustkrebs tastbar ist, ist er häufig schon weiter fortgeschritten und nicht mehr in einem frühen Krankheitsstadium.

Als alleinige Methode zur Brustkrebs-Früherkennung ist die Tastuntersuchung deshalb nicht geeignet. Fachleute empfehlen sie aber dennoch. Ihrer Meinung nach überwiegen die Vorteile. Sie ist daher Teil der gesetzlichen Früherkennung.

Vor- und Nachteile des Mammographie-Screenings

Wichtig zu wissen

Folgende Studiendaten wurden an Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren erhoben. Zu der Einschätzung von Nutzen und Risiken für Frauen zwischen 45 und 49 Jahren finden Sie mehr im Abschnitt Mammographie-Screening für Frauen von 45 bis 49 Jahren.

Vorteile des Mammographie-Screenings:

  • Mithilfe dieser Röntgen-Untersuchungen können auch Tumoren erkannt werden, die sehr klein und nicht tastbar sind. Falls Sie betroffen sind, verbessern sich dadurch Ihre Heilungschancen. Außerdem können Sie oft schonender behandelt werden.
  • Im Gegensatz zu anderen Untersuchungsmethoden konnte für das Mammographie-Screening nachgewiesen werden, dass es die Wahrscheinlichkeit in der Bevölkerung senkt, an Brustkrebs zu versterben. Von 1.000 Frauen zwischen 50 und 75 Jahren, die 25 Jahre lang am Mammographie-Screening teilnehmen, werden mindestens 3 bis 8 Frauen vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt.

Nachteile des Mammographie-Screenings:

  • Die Mammographie kann unangenehm oder sogar schmerzhaft sein, da Ihre Brust möglichst flach zusammengedrückt wird. Das ist jedoch notwendig. Denn je flacher das Brustgewebe, desto geringer ist Ihre Strahlenbelastung und desto besser können Veränderungen erkannt werden.
  • Durch die Mammographie kann sich bei Ihnen ein Verdacht auf Brustkrebs ergeben, der sich aber dann letztlich nicht bestätigt. Dies kann zu weiteren, eigentlich nicht notwendigen Untersuchungen führen und Sie beunruhigen. Fachleute gehen davon aus, dass von 1.000 Frauen zwischen 50 und 75 Jahren, die am Mammographie-Screening teilnehmen, pro Runde etwa 24 Frauen wegen eines letztlich falschen Verdachtes wieder einbestellt werden.
  • Durch das Mammographie-Screening könnte bei Ihnen Brustkrebs festgestellt werden, der niemals Beschwerden verursacht und Ihr Leben beeinträchtigt hätte. Entweder weil er sehr langsam wächst oder weil Sie vorher aus einem anderen Grund sterben. Sie werden dann behandelt, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre. Von 1.000 Frauen zwischen 50 und 75 Jahren, die 25 Jahre lang am Mammographie-Screening teilnehmen, werden etwa 11 bis 15 Frauen unnötig behandelt. Mehr zu Überdiagnosen erfahren Sie bei gesundheitsinformation.de.
  • Eine Mammographie geht mit einer gewissen Strahlenbelastung einher. Diese ist zwar gering, kann aber bei sehr wenigen Frauen Brustkrebs auslösen, da ionisierende Strahlung krebserregend ist. Fachleute gehen davon aus, dass bei höchstens 1 von 1.000 Frauen zwischen 50 und 75 Jahren, die 25 Jahre lang am Mammographie-Screening teilnehmen, durch die Röntgenstrahlung Brustkrebs ausgelöst wird.
  • Es ist möglich, dass Sie einen Tumor in der Brust haben, der im Mammographie-Screening nicht sichtbar ist oder übersehen wird. Sie erhalten dann einen negativen Befund, der Sie in falsche Sicherheit wiegt. Ihr Tumor wird zwar wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt von Ihnen selbst oder bei einer nachfolgenden Untersuchung entdeckt, aber dann auch später behandelt. Insbesondere bei schnell wachsenden Tumoren verschlechtern sich dadurch Ihre Heilungschancen.
  • Wenn Sie bereits an der Brust operiert worden sind oder Silikonimplantate tragen, kann dies eine Mammographie erschweren.
  • Es ist möglich, dass Brustkrebs bei Ihnen zwar früh erkannt wird, aber trotzdem nicht heilbar ist. Sie haben dann eine längere Krankheitsphase: Sie erfahren zwar früher von Ihrem Brustkrebs, Ihr Leben wird dadurch aber möglicherweise nicht verlängert.

Fachleute empfehlen Frauen ab dem 50. bis zum 76. Geburtstag, am Mammographie-Screening teilzunehmen. Für diese Altersgruppe ist ihrer Ansicht nach der Nutzen größer als die möglichen Risiken.

Wenn Sie möchten, können Sie sich über die Vor- und Nachteile des Mammographie-Screenings auch persönlich durch einen Arzt oder eine Ärztin aufklären lassen.

Wichtig zu wissen: Brustkrebs kann zwischen 2 Mammographie-Screenings entstehen. Auch wenn Sie regelmäßig an diesem Früherkennungsangebot teilnehmen, sollten Sie in der Zwischenzeit auf Brustkrebs-Symptome achten.

Zum Weiterlesen

Ausführlicher informiert die Entscheidungshilfe zum Mammographie-Screening des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die Ihnen mit der Einladung zum Screening zugesendet wird.

Fragen Sie uns!

Sie haben Fragen zum Nutzen und möglichen Risiken des Mammographie-Screenings? Gerne stehen unsere Ärztinnen und Ärzte Ihnen kostenfrei mit Informationen zur Verfügung:

Ablauf der Tastuntersuchung

Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung kann ab dem 30. Lebensjahr jährlich eine Tastuntersuchung der Brüste stattfinden. Diese Untersuchung führt Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt durch – bei Bedarf auch schon vor dem 30. Geburtstag.

Tipp

Wer möchte, kann gleichzeitig auch die Untersuchungen zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung wahrnehmen.

Termin vereinbaren: Den Termin für die ärztliche Tastuntersuchung müssen Sie selbst ausmachen. Der optimale Zeitpunkt hängt davon ab, ob Sie schon in den Wechseljahren waren:

  • Vor den Wechseljahren: Als jüngere Frau sollten Sie den Termin für die Tastuntersuchung etwa 1 Woche nachdem Ihre Monatsblutung eingesetzt hat, ansetzen. Denn zu dieser Zeit ist das Gewebe der Brust weicher und lässt sich besser abtasten. Wenn Sie die "Pille" nehmen, sollten Sie sich zu Beginn einer neuen Monatspackung untersuchen lassen. Falls Sie durchgängig ein solches Hormonpräparat einnehmen, fragen Sie am besten Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach dem günstigsten Zeitpunkt.
  • Nach den Wechseljahren: Wenn Sie keine Monatsblutung mehr haben, können Sie den Termin für die ärztliche Tastuntersuchung frei wählen.

Ärztliches Gespräch: Vor der Tastuntersuchung findet ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt statt.

Dabei erkundigt sie oder er sich unter anderem nach Ihren Beschwerden, Brustkrebs-Vorerkrankungen bei Ihnen und in Ihrer Familie und Ihren persönlichen Risikofaktoren für Brustkrebs. Dies soll dabei helfen, Ihr persönliches Brustkrebsrisiko einzuschätzen.

Weisen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt in diesem Gespräch darauf hin, wenn Sie bereits an der Brust operiert wurden oder Brustimplantate tragen.

Ärztin tastet Brust einer Patientin ab.
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Brust auf sichtbare und spürbare Veränderungen.
Bild: © Roman Zaiets/Freepik

Körperliche Untersuchung: Bei der Untersuchung betrachtet Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt zunächst Ihre Brüste und achtet dabei auf äußerliche Veränderungen, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Anschließend tastet sie oder er beide Brüste und Achselhöhlen nach Auffälligkeiten ab.

Nach der Tastuntersuchung teilt Ihnen die Frauenärztin oder der Frauenarzt das Ergebnis mit. Wenn sie oder er eine auffällige Brustveränderung entdeckt hat, wird das weitere Vorgehen mit Ihnen besprochen.

Beratung zur Vorbeugung und Selbstuntersuchung: Nach der Untersuchung kann Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt Sie noch zu Ihren individuellen Brustkrebs-Risikofaktoren und zu möglichen vorbeugenden Maßnahmen beraten. Zusätzlich können Sie sich zeigen lassen, wie Sie die Selbstuntersuchung durchführen und worauf sie dabei achten sollten. Fragen Sie bei Bedarf nach.

Verdacht auf Brustkrebs?

Dies muss durch weitere Untersuchungen genauer untersucht werden. Oft handelt es sich bei auffälligen Tastbefunden aber nicht um Brustkrebs.

Ablauf des Mammographie-Screenings

Die Mammographie im Rahmen des gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms erfolgt in einer spezialisierten Einrichtung (Screening-Einheit). Sie können sich dafür also nicht an Ihre Frauenärztin, Ihren Frauenarzt oder Ihren Radiologen wenden. Eine Überweisung für das Screening brauchen Sie nicht.

Gut zu wissen

Das deutsche Mammographie-Screening-Programm unterliegt hohen Qualitätsstandards für die Untersuchung und hohen Anforderungen an den Datenschutz – beides wird streng kontrolliert.

Einladung: Sind Sie zwischen 50 und 75 Jahre alt, werden Sie von ihrer nächstgelegenen Screening-Einheit per Post zur Mammographie eingeladen – unabhängig davon, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind.

In der Einladung wird Ihnen ein Termin vorgeschlagen. Den Termin können Sie bestätigen, ändern oder absagen. Die Kontaktdaten dafür finden Sie in der Einladung oder auf der Internetseite des Mammographie-Screening-Programms.

Mit der Einladung bekommen Sie außerdem eine Informationsbroschüre und möglicherweise einen Fragebogen zugesendet:

  • Bei der Broschüre handelt es sich um eine Entscheidungshilfe, die über Vor- und Nachteile des Mammographie-Screenings informiert. Die Broschüre können Sie sich im Vorfeld durchlesen, um den Nutzen und mögliche Risiken für sich abzuwägen.
  • Den Fragebogen erhalten Sie zusammen mit der Einladung oder bei Ihrem Termin am Empfang der Screening-Einheit. Füllen Sie diesen aus und bringen ihn zur Untersuchung mit. Im Fragebogen wird unter anderem nach früheren Brusterkrankungen gefragt. Sie sollten auch angeben, wenn Sie Brustimplantate haben oder bereits an der Brust operiert wurden.

Ärztliche Aufklärung (optional): Wenn Sie möchten, können Sie sich vor der Mammographie bei Ihrer Screening-Einheit persönlich ärztlich aufklären lassen. Einen Termin für dieses Vorgespräch können Sie über die Kontaktdaten in Ihrem Einladungsschreiben vereinbaren. Der Termin findet separat und nicht unmittelbar vor der Untersuchung statt. Bringen Sie zum Gespräch den ausgefüllten Fragebogen mit.

Im Aufklärungsgespräch informiert Sie eine Ärztin oder ein Arzt über die Vor- und Nachteile des Mammographie-Screenings, um Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen. Sie können dort Ihre Sorgen und Ängste ansprechen und Fragen stellen. Allerdings ist Ihr persönliches Brustkrebsrisiko nicht Teil des Gesprächs – dafür wenden Sie sich am besten an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt.

Was mitbringen zum Mammographie-Termin?

Sie sollten Ihre Versichertenkarte und Ihr Einladungsschreiben mitbringen – wenn Sie kein Aufklärungsgespräch wollen, auch den ausgefüllten Fragebogen mit der darin enthaltenen Verzichtserklärung.

Selbst-Anmeldung: Sie sind zwischen 50 und 75 Jahre alt und möchten an einer Mammographie zur Früherkennung teilnehmen? Dann können Sie sich auch aktiv selbst anmelden – unabhängig von der Einladung. Bei den sogenannten Zentralen Stellen können Sie einen Untersuchungstermin in einer wohnortnahen Screening-Einheit vereinbaren. Die letzte Früherkennungs-Mammographie muss bei Ihrer Terminanfrage allerdings mindestens 22 Monate her sein.

Eine ältere Frau steht oberkörperfrei vor einem Mammographie-Gerät, neben ihr steht eine Röntgenassistentin.
Eine Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der weiblichen Brüste.
Bild: © Peakstock, Shutterstock

Untersuchung: Die Mammographie selbst wird in speziellen Räumen einer Praxis oder Klinik oder in speziell ausgerüsteten Fahrzeugen durchgeführt. In der Regel sind dabei keine Ärztinnen und Ärzte anwesend – eine Röntgenassistentin betreut die Mammographie. 

  • Wie Sie sich auf die Untersuchung vorbereiten können und wie genau sie abläuft, lesen Sie unter Mammographie.

Ergebnis: Die Röntgenbilder Ihrer Mammographie werten 2 Fachärzte unabhängig voneinander aus. Das Ergebnis bekommen Sie in der Regel nach etwa 7 Tagen per Post zugesendet.

Wichtig zu wissen

Bei einem auffälligen Befund handelt es sich nicht automatisch um Brustkrebs – oft ist die verdächtige Veränderung gutartig.

Auffälliger Befund: Auffällige Befunde in der Mammographie werden weiter untersucht, um den Verdacht auf Brustkrebs auszuschließen oder zu bestätigen. Zu den weiteren Untersuchungen werden Sie erneut eingeladen und können eine Vertrauensperson mitbringen. Beim Termin selbst bespricht eine Ärztin oder der ein Arzt mit Ihnen dann Ihren Befund und das weitere Vorgehen.

Unauffälliger Befund: Bei einem unauffälligen Befund im Mammographie-Screening passiert nichts weiter. Sie bekommen dann in 2 Jahren die nächste Einladung.

Wenn Sie ein hohes Risiko für Brustkrebs haben, können Sie verschiedene regelmäßige Untersuchungen wahrnehmen, um Brustkrebs möglichst früh zu entdecken. Im Rahmen dieser intensivierten Brustkrebs-Früherkennung werden Sie engmaschiger untersucht als üblich.

Fachleute empfehlen Ihnen die intensivierte Brustkrebs-Früherkennung, wenn Sie:

  • ein hohes erbliches Brustkrebsrisiko haben – zum Beispiel durch eine Genveränderung.
  • in Ihrer Jugend im Brustbereich bestrahlt wurden, beispielsweise wegen eines Hodgkin-Lymphoms.

Die Teilnahme an der intensivierten Früherkennung ist freiwillig.

Zum Weiterlesen

Mehr zum erhöhten Brustkrebsrisiko lesen Sie in den Abschnitten "Erbliches Risiko für Brustkrebs" und "Brustkrebsrisiko durch Vorerkrankungen und Vortherapien" unter Brustkrebs: Risiken und Vorbeugung.

Über ein erhöhtes Krebsrisiko in der Familie informiert der Text Erblicher Krebs.

Ablauf der intensivierten Brustkrebs-Früherkennung

Für die intensivierte Brustkrebs-Früherkennung wenden Sie sich an die spezialisierten Zentren des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs. Wenn bei Ihnen ein hohes Brustkrebsrisiko festgestellt wird, beraten Sie Fachleute vor Ort direkt zur intensivierten Früherkennung.

Wie genau die intensivierte Brustkrebs-Früherkennung abläuft, hängt vor allem von Ihrem Alter und Ihrem persönlichen Brustkrebsrisiko ab.

Individueller Ablauf

Je höher das persönliche Brustkrebsrisiko einer Frau ist, desto engmaschiger wird sie untersucht.

Folgende Untersuchungen der Brüste gehören zur intensivierten Brustkrebs-Früherkennung:

Kostenübernahme der intensivierten Brustkrebs-Früherkennung

Die Zentren des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs haben mit vielen gesetzlichen Krankenkassen einen Vertrag geschlossen. Dadurch übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten für die intensivierte Brustkrebs-Früherkennung. Ob das auch für Ihre Krankenkasse zutrifft, können Sie vorab bei dem Zentrum nachfragen, an dem Ihre Untersuchungen stattfinden sollen.

Gut zu wissen: Auch wenn Ihre Krankenkasse keinen Vertrag mit Ihrem Zentrum hat, können die Kosten möglicherweise übernommen werden – im Rahmen einer gemeinsamen Behandlung durch ein interdisziplinäres Ärzteteam in Praxen und Krankenhäusern, der sogenannten "ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung" (ASV).

Fachleute empfehlen allen Frauen, einmal im Monat die Brüste selbst zu untersuchen. Das bedeutet, Brüste und Achselhöhlen sorgfältig zu betrachten und abzutasten.

Eine Frau tastet ihre Brust ab.
Wer seine Brüste regelmäßig selbst abtastet, nimmt Veränderungen besser wahr.
Bild: © Jacek Chabraszewski, Thinkstock

Wichtig zu wissen: Als alleinige Methode zur Brustkrebs-Früherkennung ist die regelmäßige Selbstuntersuchung nicht geeignet. Denn wissenschaftlich ist nicht belegt, dass sie allein die Wahrscheinlichkeit senkt, an Brustkrebs zu versterben. Das liegt vor allem daran, dass ein tastbarer Brustkrebs oft bereits weiter fortgeschritten ist.

Fachleute empfehlen die Selbstuntersuchung in Deutschland aber dennoch. Denn ihrer Meinung nach überwiegen die Vorteile.

Vor- und Nachteile der Selbstuntersuchung

Vorteile der Selbstuntersuchung auf Brustkrebs:

  • Die Selbstuntersuchung ist einfach und kostenlos.
  • Sie kann Ihnen dabei helfen, ein Gefühl für die eigenen Brüste zu bekommen und Veränderungen bewusster wahrzunehmen – sowohl normale, zyklusabhängige Brustveränderungen als auch krankhafte Entwicklungen.
  • Gelegentlich kann Brustkrebs dadurch in einem frühen Stadium ertastet werden – vor allem, wenn der Tumor dicht unter der Hautoberfläche liegt.

Nachteile der Selbstuntersuchung auf Brustkrebs:

  • Oft ist früher Brustkrebs noch klein und nicht tastbar. Sie sollten sich daher nicht darauf verlassen, dass Sie jeden Tumor tatsächlich ertasten.
  • Wenn Sie Brustkrebs bei sich vermuten, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen. Der kurzzeitige Verdacht kann Sie beunruhigen und belasten – auch wenn er sich später nicht bestätigt. Wenn Sie Ihre Brust regelmäßig selbst untersuchen, können Sie häufiger in diese Situation kommen.

So geht die Selbstuntersuchung auf Brustkrebs

Gut zu wissen

Die Anleitung zur Selbstuntersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt ist Teil der gesetzlichen Früherkennung auf Brustkrebs.

Wann selbst untersuchen? Wenn Sie die Selbstuntersuchung durchführen möchten, sollten Sie zunächst den richtigen Zeitpunkt dafür wählen:

  • Nach den Wechseljahren: Wenn Sie keine Monatsblutung mehr haben, sollten Sie sich am besten immer zum gleichen Zeitpunkt im Monat selbst untersuchen – zum Beispiel am 1. Tag des Monats. Dies kann Ihnen dabei helfen, an die Untersuchung zu denken und sie in regelmäßigen Abständen durchzuführen.
  • Vor den Wechseljahren: Als jüngere Frauen sollten Sie sich etwa 1 Woche nachdem die Monatsblutung eingesetzt hat, selbst untersuchen. Denn zu dieser Zeit ist das Gewebe der Brust weicher und lässt sich besser abtasten. Wenn Sie die "Pille" nehmen, empfiehlt es sich, sich zu Beginn einer neuen Monatspackung zu untersuchen.

Wo selbst untersuchen? Die Selbstuntersuchung sollten Sie an einem Ort machen, der gut beleuchtet ist. Idealerweise führen Sie die Untersuchung 1-mal im Stehen und 1-mal im Liegen durch.

Wie selbst untersuchen? Ab 30 Jahren können Sie sich von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt im Rahmen der gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennung zeigen lassen, wie Sie sich selbst abtasten. Darüber hinaus gibt es im Internet zahlreiche bebilderte Anleitungen, zum Beispiel vom Krebsverband Baden-Württemberg.

Wichtig zu wissen

Auf welche auffälligen Veränderungen Sie achten sollten, lesen Sie unter Symptome bei Brustkrebs.

Wenn Sie sich selbst untersuchen, sollten Sie Ihre Brüste zunächst vor einem Spiegel betrachten. Gehen Sie anschließend beim Abtasten systematisch vor, damit Sie auch wirklich alle Bereiche der Brust untersuchen: Tasten Sie die Brust also zum Beispiel ein Viertel nach dem anderen oder spiralförmig von innen nach außen oder außen nach innen ab. Vergessen Sie die Achselhöhlen nicht.

Gut zu wissen: Brustkrebs entsteht am häufigsten im oberen äußeren Teil der Brust, der zwischen Achselhöhle und Schlüsselbein liegt.

Das Mammographie-Screening im Rahmen der gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennung ist in Deutschland altersbegrenzt und wird bisher nur Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren angeboten. Für diese Altersgruppe birgt das Screening nachweislich mehr Vor- als Nachteile. Für welche weiteren Altersgruppen ein Mammographie-Screening sinnvoll ist, wird intensiv diskutiert.

Mammographie-Screening unter 50 – ja oder nein? Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) haben jeweils eine Nutzen-Risko-Abwägung für Frauen zwischen 45 und 49 Jahren erstellt.

Dabei haben sie berücksichtigt, dass Frauen dieses Alters

  • deutlich seltener an Brustkrebs sterben, wenn sie am Mammographie-Screening teilnehmen.
  • generell seltener an Brustkrebs erkranken als ältere Frauen.
  • häufiger Brustkrebs-Befunde erhalten, die sich später als falsch herausstellen oder keine Probleme verursacht hätten.
  • bei ihnen häufiger Tumore beim Screening übersehen werden, weil ihr Brustgewebe dichter und schwerer zu untersuchen ist.
  • ihr Brustgewebe anfälliger für die Röntgenstrahlung der Mammographie ist.

Die Fachleute sind zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen des Screenings auch bei Frauen von 45 bis 49 Jahren die Risiken überwiegt. Sie empfehlen, das Mammographie-Screening auch dieser Altersgruppe im Rahmen der gesetzlichen Brustkrebs-Früherkennung anzubieten.

Wann kommt das Mammographie-Screening unter 50?

Die rechtlichen Voraussetzungen, damit auch gesunde Frauen zwischen 45 und 49 Jahren am Screening-Programm zur Brustkrebs-Früherkennung teilnehmen dürfen, sind bereits erfüllt. Bis die Ausweitung vollständig umgesetzt ist, wird es jedoch voraussichtlich noch einige Monate dauern.

Basierend auf den Fachempfehlungen entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) [Lexikon] in den nächsten Monaten, ob die Krankenkassen die Screening-Kosten für Frauen im Alter von 45 bis 49 Jahren übernehmen. Bis dahin können sie auf eigene Kosten am Screening teilnehmen.

Gut zu wissen: Alle Frauen können eine Mammographie-Untersuchung erhalten, wenn bei ihnen ein konkreter Verdacht auf Brustkrebs besteht.

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