- Für Weichteilsarkome in einem frühen Stadium ist die Operation die wichtigste Behandlungsmethode.
- Ärztinnen und Ärzte versuchen, ein Sarkom möglichst vollständig zu entfernen.
- Auch zusätzliche Therapien wie eine Bestrahlung können infrage kommen, um Tumorzellen zu zerstören.
Besondere Behandlung mancher Weichteilsarkome
Einige Weichteilsarkome werden grundsätzlich anders behandelt, als in unseren Texten dargestellt. Dazu gehören Rhabdomyosarkome, Ewing-Sarkome, die außerhalb des Knochens wachsen, sogenannte desmoplastische, klein- und rundzellige Tumoren und gastrointestinale Stromatumoren (GIST). Für diese Sarkomarten gibt es eigene Therapieempfehlungen.
Wenn Sie Fragen zu diesen Sarkomarten haben, können Sie uns gern kontaktieren.
Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.
Therapie bei lokal begrenzten Weichteilsarkomen: Wichtiges in Kürze
Hat sich ein Weichteilsarkom noch nicht im Körper ausgebreitet, also noch keine Metastasen gebildet, wird es als örtlich oder lokal begrenzt bezeichnet.
- Als lokal begrenzt gelten in der Regel Sarkome, die in das UICC-Stadium I bis III eingeordnet sind.
Ziel der Behandlung in diesen Stadien ist es, das Sarkom möglichst vollständig zu entfernen.
Andere Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung
Ist ein Weichteilsarkom bereits fortgeschritten und hat Metastasen gebildet, können andere Therapien sinnvoll sein. Mehr dazu lesen Sie in einem eigenen Text unter Therapie von fortgeschrittenen Weichteilsarkomen. Die Informationen dort gelten auch für die Situation, wenn ein Sarkom zwar nicht metastasiert, aber aus anderen Gründen nicht örtlich behandelbar ist.
Das wichtigste Behandlungsverfahren bei lokal begrenzten Sarkomen ist die Operation. Für die Behandlung ist es entscheidend zu wissen, in welchem Gewebe der Tumor liegt und ob er in umliegende Organe, Gewebe oder Muskeln eingewachsen ist. Davon hängt der Umfang der Operation ab.
Neben der Operation kommen bei lokal begrenzten Sarkomen weitere Behandlungen infrage:
- Strahlentherapie: Eine zusätzliche Strahlentherapie kann vor oder nach einer Operation eine Option sein.
- Chemotherapie: Eine zusätzliche Chemotherapie vor oder nach einer Operation von lokal begrenzten Weichteilsarkomen kann in einzelnen Situationen sinnvoll sein, wird aber nicht generell empfohlen.
- Weitere Therapien: Bei manchen Patientinnen und Patienten können auch spezielle Behandlungsverfahren zum Einsatz kommen.
Wohin zur Therapie?
Sarkome sind seltene Erkrankungen, deren Behandlung viel Erfahrung erfordert. Fachleute empfehlen daher, sich an ein Sarkomzentrum zu wenden: An diesen Zentren arbeiten Ärztinnen und Ärzte mit viel Erfahrung in der Therapie von Weichteilsarkomen. Darüber hinaus werden dort möglicherweise geeignete klinische Studien durchgeführt, an denen Sarkomerkrankte teilnehmen können. So wird das Wissen vermehrt, wie Patientinnen und Patienten mit diesen seltenen Tumoren am wirksamsten behandelt werden können.
Ein zertifiziertes Sarkomzentrum finden Sie zum Beispiel über die Suche auf der Internetseite OncoMap oder auf den Seiten der Deutschen Sarkom-Stiftung.
Operation von Weichteilsarkomen

Bild: © I AM NIKOM, Shutterstock
Die wichtigste Behandlung bei örtlich begrenzten Weichteilsarkomen ist die Operation. Ärztinnen und Ärzte versuchen so zu operieren, dass das Sarkom vollständig entfernt wird und keine Tumorzellen mehr im Gewebe verbleiben.
In der Regel ist vor der Operation eine sehr gründliche und umfangreiche Diagnostik und auch die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) erforderlich: So können Ärztinnen und Ärzte die Operation besser planen. Bei Weichteilsarkomen, die oberflächlich liegen und einen Durchmesser von weniger als 3 Zentimetern haben, ist manchmal keine vorherige Biopsie notwendig.
Wichtig zu wissen
Ob eine R0-Resektion, also eine vollständige Entfernung des Tumors möglich ist, können vor allem erfahrene Chirurginnen und Chirurgen beurteilen. Deshalb sollte die Therapie wie die Diagnostik auch an einem spezialisierten Sarkomzentrum erfolgen.
Was lässt sich erreichen? Lässt sich ein Weichteilsarkom vollständig entfernen, ist eine Heilung möglich. Ziel der Operation ist, dass an den Schnitträndern des entfernten Tumors keine Krebszellen mehr nachweisbar sind. Fachleute sprechen dabei von einer R0-Resektion.
Manchmal ist die vollständige Entfernung des Sarkoms aufgrund seiner Größe oder Lage im Körper schwierig oder eine OP könnte zu starken Veränderungen des Körperbildes oder Einschränkungen führen. Dann können zunächst andere Therapien wie eine örtliche Bestrahlung oder eine Chemotherapie infrage kommen.
Wichtig zu wissen
Sarkome gehören zu den wenigen Krebsarten, bei denen sich selten Metastasen im Biopsiekanal bilden können. Bei einer Operation entfernen die Ärztinnen und Ärzte daher auch den Biopsiekanal.
Wie läuft eine Operation bei Sarkomen ab? Da es viele verschiedene Weichteilsarkomen gibt, lässt sich der Ablauf der OP nicht allgemeingültig beschreiben. Je nach Lage im Körper kommen unterschiedliche Operationsmethoden infrage. Liegt ein Sarkom beispielsweise vollständig in einem Muskel, können sich die Ärztinnen und Ärzte an den Grenzen des Muskels orientieren.
- Sind die Tumorzellen im ganzen Muskel verstreut, kann der ganze Muskel entfernt werden. Fachleute sprechen dann auch von einer Kompartment-Resektion.
- Liegt der Tumor in einem begrenzten Teil des Muskels, kann der Muskel möglicherweise teilweise erhalten bleiben.
- Geht der Tumor über einen Muskel hinaus oder liegt ganz außerhalb eines Muskels, wird eine sogenannten "weite" Entfernung aller betroffenen Gewebe notwendig. Eine exakte Definition des Begriffes "weit" gibt es aber nicht. Der Umfang hängt von der genauen Lage des Tumors ab.
Hier einige weitere Besonderheiten bei Operationen von Sarkomen im Weichgewebe:
- Operation von Sarkomen in Armen und Beinen: Bei Weichteilsarkomen in Armen und Beinen ist eine sehr umfangreiche Operation (weite Resektion) oft möglich. Eine Amputation kommt in der Regel erst infrage, wenn wichtige Nerven vom Tumor befallen und andere Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.
- Operation von Sarkomen im Körperstamm: Auch hier ist die vollständige Entfernung das Ziel der Operation.
- Operation von Sarkomen im Kopf-Hals-Bereich: Bei Sarkomen an Kopf oder Hals sind ausgedehnte Operationen oftmals schwierig. Nach der Operation sind zudem häufig größere Maßnahmen nötig, um das Aussehen und die Funktion des operierten Bereichs wiederherzustellen.
- Operation von Sarkomen im Retroperitoneum: Aufgrund ihrer Lage können Ärzte Weichteilsarkome im hinteren Bauchfellraum oft nicht vollständig entfernen. Bei solchen Sarkomen können dann ergänzende Therapien sinnvoll sein.
- Operation von Sarkomen in der Gebärmutter (uterine Sarkome): Wächst ein Weichteilsarkom im Bereich der Gebärmutter, ist die Entfernung der Gebärmutter die wichtigste Therapie.
Gut zu wissen
Sarkome streuen nur selten in die Lymphknoten. Daher werden die Lymphknoten bei einer Operation nicht grundsätzlich mit entfernt, solange sie nicht auffällig verändert sind.
Welche Folgen hat eine Operation? Bei einer umfangreichen Operation müssen die Ärztinnen und Ärzte oft sehr viel Gewebe entfernen. Die betroffenen Körperstellen sehen dann anders aus als vor der OP. Um die Bereiche wieder "aufzufüllen", kommen weitere Maßnahmen zur Wiederherstellung (plastische Rekonstruktion) infrage. Wie umfangreich diese ausfallen, hängt davon ab, in welchem Körperbereich das Weichgewebesarkom lag und was genau entfernt werden musste.
Je nach Umfang der Operation können Betroffene dadurch ein verändertes Körperbild haben. Auch die Funktion betroffener Körperbereiche kann eingeschränkt sein. Mit diesen Folgen umzugehen, ist daher ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge und Reha.
- Allgemeine Informationen zu Risiken und möglichen Nebenwirkungen einer Operation, wie beispielsweise Schmerzen, finden Sie unter Operation (OP): Chirurgie bei Krebs.
Tumorzellverschleppung bei Operation?
Wie bei einer Biopsie besteht auch bei Operationen von Sarkomen im Weichgewebe ein sehr geringes Risiko, dass einzelne Tumorzellen im Operationsgebiet verteilt werden – beispielsweise, wenn der Tumor ungewollt angeschnitten wird.
Falls es doch passieren sollte, stehen der Chirurgin oder dem Chirurgen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie können beispielsweise die Operationswunde spülen oder eine weitere Operation oder zusätzliche Therapien durchführen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Bestrahlung von Weichteilsarkomen
Vor oder nach einer Operation bei lokal begrenzten Weichteilsarkomen kann eine zusätzliche Bestrahlung infrage kommen.
Wichtig zu wissen: Eine alleinige Strahlentherapie kommt bei Weichteilsarkomen nur selten infrage – zum Beispiel, wenn eine Operation wegen Begleiterkrankungen nicht möglich ist.
Was lässt sich erreichen? Eine Bestrahlung eines Sarkoms im Weichgewebe kann dabei helfen, einen späteren Rückfall an der gleichen Stelle zu verhindern.
Die Strahlentherapie kann prinzipiell vor einer Operation oder nach einer Operation durchgeführt werden.
- Eine Strahlentherapie vor einer Operation kann dabei helfen, dass eine weniger weitreichende Operation erforderlich ist.
- Nach einer Operation kann eine Bestrahlung infrage kommen, um eventuell verbliebene Tumorzellen zu zerstören.
Wie läuft die Bestrahlung ab? Die Bestrahlung eines Sarkoms erfolgt in der Regel von außen durch die Haut. Sie wird in kleinen Einzelschritten (fraktioniert) durchgeführt: Patientinnen und Patienten erhalten über einen Zeitraum von etwa 5 bis 6 Wochen üblicherweise an 5 Tagen pro Woche eine Bestrahlung. Dabei wird jedes Mal nur eine kleine Dosis eingesetzt, damit das gesunde Gewebe möglichst wenig geschädigt wird.
Lage und Art des Sarkoms wichtig
Auch für die Strahlentherapie ist sehr wichtig, wo im Körper ein Weichgewebesarkom liegt. Die hier dargestellten Informationen zur Bestrahlung beziehen sich vor allem auf Sarkome in den Armen und Beinen oder dem Körperstamm.
Ob eine zusätzliche Strahlentherapie bei einem lokal begrenzten Sarkom sinnvoll ist oder nicht, müssen die Ärztinnen und Ärzte immer individuell bewerten. Neben vielen weiteren Faktoren beeinflusst etwa auch der genaue Subtyp des Sarkoms, ob eine Bestrahlung vielversprechend ist.
Welche Nebenwirkungen können auftreten? Wird ein Sarkom bestrahlt, können Nebenwirkungen vor allem im bestrahlten Bereich auftreten. Dazu können Hautprobleme oder Schleimhautentzündungen gehören. Auch Langzeitfolgen wie eine Gewebeverhärtung sind möglich.
- Mehr dazu lesen Sie unter Strahlentherapie: Anwendungsbeispiele und mögliche Nebenwirkungen.
Chemotherapie bei lokal begrenzten Weichteilsarkomen
Welche Sarkome sprechen auf eine Chemotherapie an?
Einige Subtypen wie zum Beispiel Synovialsarkome lassen sich häufig gut mit einer Chemotherapie behandeln. Andere, wie zum Beispiel Weichteilsarkome in der Nähe der Nervenscheiden, sprechen in der Regel nicht gut auf eine Chemo an.
Es gibt keine generelle Empfehlung, ob Patientinnen und Patienten mit einem Weichteilsarkom eine Chemotherapie erhalten sollten, denn: Je nach Sarkomtyp gibt es große Unterschiede, wie gut eine Chemotherapie wirkt. Darüber hinaus ist der Nutzen einer zusätzlichen Chemotherapie bei vielen Weichteilsarkomen unklar. Fachleute empfehlen, individuell mit den Ärztinnen und Ärzten über die Therapie zu entscheiden oder sich möglicherweise im Rahmen einer klinischen Studie behandeln zu lassen.
Wichtig zu wissen: Bei örtlich begrenzten Weichteilsarkomen kommt eine Chemotherapie – wenn überhaupt – nur zusätzlich zur Operation infrage.
Was lässt sich erreichen? Eine zusätzliche Chemotherapie soll vor allem helfen, das Risiko für einen Rückfall zu verringern.
Explizit nicht empfohlen wird eine Chemotherapie, wenn der Sarkomtyp voraussichtlich nicht gut auf die Therapie ansprechen würde und wenn ein Sarkom noch klein und in einem sehr frühen Stadium ist (Grading G1).
Welche Nebenwirkungen können auftreten? Welche Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie vorkommen, ist sehr unterschiedlich. Es hängt vor allem davon ab, welche Medikamente Sarkom-Patientinnen und -Patienten erhalten.
- Mehr dazu lesen Sie unter Chemotherapie-Medikamente: Wirkstoffe und Nebenwirkungen.
Fragen Sie uns!
Haben Sie Fragen zu Chemotherapien bei Weichteilsarkomen? Gern helfen unsere Ärztinnen und Ärzte Ihnen weiter:
- am Telefon täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800 420 30 40
- über ein datensicheres Kontaktformular oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
Weitere zusätzliche Therapien
Bei manchen Patientinnen und Patienten mit einem örtlich begrenzten Sarkom können möglicherweise weitere Therapien infrage kommen. Sie sollen dabei helfen, das Tumorwachstum zu verringern oder die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall zu senken. Dazu gehören:
- Isolierte Extremitätenperfusion: Die Therapie können Ärztinnen und Ärzte einsetzen, wenn ein Weichteiltumor in Armen oder Beinen vorliegt. Dazu trennen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte vorübergehend den Blutkreislauf im Arm oder Bein vom restlichen Körper. In den isolierten Bereich erhalten Patientinnen und Patienten dann Medikamente, die den Tumor vor einer Operation verkleinern sollen. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Das Verfahren erfordert viel Erfahrung, sodass Betroffene die Therapie nur an wenigen Sarkomzentren erhalten.
- Regionale Hyperthermie: Dabei wird das Tumorgewebe örtlich erwärmt. So sollen Tumorzellen zerstört werden. Die regionale Hyperthermie wird nie allein, sondern immer zusätzlich zu einer Bestrahlung oder einer Chemotherapie eingesetzt, da sie die Wirkung einer solchen Therapie verstärken kann. Eine alleinige Hyperthermie oder eine Ganzkörperhyperthermie hat hingegen keinen Stellenwert bei Weichteilsarkomen.
Nachsorge bei örtlich begrenzten Weichteilsarkomen
Individuelle Nachsorge
Bei Weichteilsarkomen gibt es nur wenige allgemeine Empfehlungen, wie genau die Nachsorge ablaufen soll. Wichtig ist die individuelle Situation.
Bei örtlich begrenzten Sarkomen im Weichgewebe empfehlen Fachleute eine Nachsorge.
Ziel der Nachsorge ist es,
- den allgemeinen Gesundheitszustand zu überwachen,
- örtliche Krankheitsrückfälle frühzeitig zu erkennen,
- mögliche Fernmetastasen zu entdecken und
- Krankheits- oder Therapiefolgen zu behandeln.
Sie haben Beschwerden?
Warten Sie nicht bis zum nächsten Nachsorgetermin – gehen Sie besser gleich zum Arzt.
Für die meisten Patientinnen und Patienten mit einem örtlich begrenzten Weichgewebesarkom schließt sich an die Behandlung eine Zeit mit weiteren regelmäßigen Arzt- oder Klinikterminen an. Wie häufig diese Termine stattfinden, hängt von der persönlichen Erkrankungssituation ab. Patientinnen und Patienten, die an einem aggressiv und schnell wachsenden Weichteilsarkom erkrankt sind, benötigen beispielsweise meist eine engmaschigere Nachsorge als Betroffene mit einem langsam wachsenden Sarkom.

Bild: © Shutterstock; Foto: Jacob Lund
Wo findet die Nachsorge statt? Fachleute empfehlen, dass auch die Nachsorge in einem spezialisierten Sarkomzentrum mit viel Erfahrung oder zumindest in enger Absprache mit einem solchen erfolgen soll – auch, wenn den Betroffenen dadurch möglicherweise weite Fahrtwege entstehen.
Wie lange läuft die Nachsorge? Fachleute empfehlen die Nachsorge eines Sarkoms meist über einen Zeitraum von 10 Jahren. Besonders in den ersten Jahren ist es wichtig, einen möglichen Tumorrückfall früh zu erkennen: Etwa 9 von 10 Rückfällen bei einem Weichteilsarkom treten in den ersten 5 Jahren nach der Behandlung auf. Wenn Ärzte örtliche Rückfälle frühzeitig feststellen und entsprechend behandeln, besteht erneut die Chance auf Heilung.
Bei manchen Sarkomarten können auch noch deutlich später Rückfälle auftreten. Ob nach 10 Jahren ohne einen Rückfall weitere Nachsorgeuntersuchungen sinnvoll sind, sollten Betroffene daher individuell mit ihren Ärztinnen und Ärzten klären.
Welche Untersuchungen sind Teil der Nachsorge?
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt stark von der individuellen Situation und der Sarkomart ab. Neben regelmäßigen körperlichen Untersuchungen kommen auch bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz. Im Gespräch mit den behandelnden Ärzten lässt sich klären, welche Kontrolluntersuchungen notwendig sind und wie häufig sie stattfinden sollten.
- Mehr über die bildgebenden Untersuchungsverfahren lesen Sie unter Diagnose von Weichteilsarkomen.
Suche nach Metastasen: Metastasen treten bei Weichteilsarkomen meist in der Lunge auf. Metastasen in der Lunge auszuschließen, ist daher meist Teil der Nachsorge. Zur Diagnostik kommen Computertomographie sowie Röntgen-Untersuchungen des Brustkorbs infrage.
Therapiefolgen behandeln, Krankheit verarbeiten
Belastungen ansprechen
Sprechen Sie nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch seelische Belastung bei der Nachsorge an.
Die Nachsorge dient nicht nur dazu, mögliche Rückfälle oder Metastasen rechtzeitig zu erkennen. Ärztinnen und Ärzte fragen auch nach Spätfolgen der Erkrankung und Nebenwirkungen der Sarkomtherapien. Dazu können andauernde Funktionseinschränkungen gehören, die zum Beispiel orthopädisch, physio- oder ergotherapeutisch behandelt werden. Denn auch Nebenwirkungen und Spätfolgen sind behandelbar.
Darüber hinaus ist auch die Krankheitsverarbeitung Thema der Nachsorge: Patientinnen und Patienten können beim Nachsorgetermin auch seelische Beschwerden ansprechen. Die betreuenden Ärztinnen und Ärzte können einschätzen, ob eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist und manchmal erste Ansprechpartner nennen. Spezielle Unterstützung während und nach einer Krebserkrankung bieten beispielsweise psychosoziale Krebsberatungsstellen.
Auch Probleme im Alltag, in der Familie oder gegebenenfalls im Beruf können Thema des Gesprächs sein. Denn auch zu sozialrechtlichen und beruflichen Fragen gibt es Ansprechpartner, die weiterhelfen können. Darüber hinaus kann eine Rehabilitation (Reha) infrage kommen.
Therapie bei einem örtlichen Rückfall (Lokalrezidiv)
Manchmal kann es passieren, dass ein Weichteilsarkom an derselben Stelle erneut auftritt – Fachleute sprechen von einem örtlichen Rückfall oder Lokalrezidiv. Zu einem Rückfall kommt es häufiger, wenn das Sarkom bei einer ersten Operation nicht vollständig entfernt werden konnte.
Örtliche Rückfälle treten vor allem in den ersten 2 bis 4 Jahren nach der Behandlung auf. Danach sind sie seltener.
Wie Ärztinnen und Ärzte einen solchen örtlichen Rückfall behandeln hängt vor allem davon ab, welche Therapie der Patient oder die Patientin vorher schon erhalten hat. Ähnlich wie in der Erstbehandlung kommen vor allem eine (erneute) Operation und möglicherweise eine (erneute) Strahlentherapie infrage.
Nachsorge nach einem Lokalrezidiv: Auch nach der Behandlung eines örtlichen Rückfalls ist eine Nachsorge mit regelmäßigen Kontrollterminen empfohlen.
Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an hilfreichen Links zum Weiterlesen und Quellen, die für die Erstellung dieses Textes genutzt wurden.
Quellen und weiterführende Informationen
Leitlinien
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Adulte Weichgewebesarkome, Langversion, 1.1, 2022, AWMF-Registernummer: 032/044OL (Stand 06/2022, aufgerufen am 04.03.2025).
- Die Leitlinie steht auch als Patientenleitlinie Weichgewebesarkome bei Erwachsenen zur Verfügung.
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO): Onkopedia-Leitlinie Weichgewebssarkome (maligne Weichgewebstumoren) des Erwachsenen. Stand 04/2019, aufgerufen am 24.01.2025.
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG): S2k-Leitlinie Uterine Sarkome, Langversion, 4.0, 2024, AWMF-Registernummer: 015/074 (Stand 06/2024, aufgerufen am 14.03.2025).
Gronchi A, Miah AB, Dei Tos AP, Abecassis N, Bajpai J, Bauer S, Biagini R, Bielack S, Blay JY, Bolle S et al. Soft tissue and visceral sarcomas: ESMO-EURACAN-GENTURIS Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2021 Nov;32(11):1348-1365. doi: 10.1016/j.annonc.2021.07.006.
Weitere Informationen zu Sarkomen
Die Deutsche Sarkom-Stiftung bietet Informationen für Patientinnen und Patienten rund um Sarkome.
WHO Classification of Tumours Editorial Board. Soft tissue and bone tumours [Internet]. Lyon (France): International Agency for Research on Cancer; 2020. (WHO classification of tumours series, 5th ed.; vol. 3). Available from: tumourclassification.iarc.who.int/chapters/33.
Fachartikel (Auswahl)
Bannasch H, Eisenhardt SU, Grosu AL, Heinz J, Momeni A, Stark GB: The diagnosis and treatment of soft tissue sarcomas of the limbs. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(3): 32–8.
Guadagnolo BA, Baldini EH: Are We Ready for Life in the Fast Lane? A Critical Review of Preoperative Hypofractionated Radiotherapy for Localized Soft Tissue Sarcoma, Seminars in Radiation Oncology 2024: 34(2), 180–194. doi: 10.1016/j.semradonc.2023.12.003.