Schematische, anatomische Darstellung des Körpers mit leuchtenden Tumoren im Oberarm und im Oberschenkel

Therapie von fortgeschrittenen Weichteilsarkomen

Aktualisiert am:

  • Hat ein Weichteilsarkom bereits Metastasen gebildet, ist eine operative Entfernung oft nicht mehr möglich.
  • Wichtigste Behandlungsoption sind dann Chemotherapien: Sie wirken im ganzen Körper.
  • Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und Beschwerden zu lindern.

Besondere Behandlung mancher Weichteilsarkome

Einige Weichteilsarkome werden grundsätzlich anders behandelt, als in unseren Texten dargestellt. Dazu gehören Rhabdomyosarkome, Ewing-Sarkome, die außerhalb des Knochens wachsen, sogenannte desmoplastische, klein- und rundzellige Tumoren und gastrointestinale Stromatumoren (GIST). Für diese Sarkomarten gibt es eigene Therapieempfehlungen.

Wenn Sie Fragen zu diesen Sarkomarten haben, können Sie uns gern kontaktieren.

Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Hat sich ein Weichteilsarkom bereits im Körper ausgebreitet und Metastasen gebildet, gilt die Erkrankung als fortgeschritten.

  • Nach der allgemeinen Stadieneinteilung bei Weichteilsarkomen sind das Weichteilsarkome im UICC-Stadium IV.
  • Manchmal ist ein Sarkom zwar nicht metastasiert, aber aus anderen Gründen nicht örtlich behandelbar. Dann kann sich die Behandlung an der für fortgeschrittene Weichgewebesarkome orientieren.

Ziel der Therapie bei einem fortgeschrittenen Weichteilsarkom ist meist, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Lebensqualität möglichst zu erhalten. Eine Heilung ist selten möglich.

Zur Behandlung kommen vor allem systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapien wie eine Chemotherapie infrage. Zielgerichtete Therapien kommen seltener zum Einsatz. Für manche Patientinnen und Patienten ist die Behandlung in einer klinischen Studie eine Option. Unterstützende Therapien sind bei fortgeschrittenen Weichteilsarkomen ein wichtiger Baustein, beispielsweise um Beschwerden zu lindern.

Andere Behandlung von örtlich begrenzten Sarkomen

Ist ein Weichteilsarkom noch in einem frühen Stadium, ist vor allem die Operation eine wichtige Behandlung. Mehr dazu lesen Sie unter Therapie von örtlich begrenzten Weichteilsarkomen.

Lexikon

systemische Therapie: Krebserkrankte erhalten Medikamente, die im gesamten Körper wirken.

lokale Therapie: örtliche Behandlung; in der Krebsmedizin Therapie, die auf den Ort des Tumors beschränkt ist, im Gegensatz zur systemischen Therapie

Lokal wirkende Behandlungen wie eine Operation oder eine örtliche Bestrahlung sind bei einer fortgeschrittenen Sarkomerkrankung nur in wenigen Situationen sinnvoll. Sie können jedoch zum Einsatz kommen, wenn sich nur wenige Metastasen gebildet haben. Manchmal können auch einzelne Metastasen operativ entfernt werden.

Insgesamt ist für die Therapiewahl wichtig,

  • an welcher Sarkomart jemand erkrankt ist,
  • wo im Weichgewebe ein Sarkom liegt,
  • wo es Metastasen gebildet hat und ob es einzelne oder viele sind,
  • wie schnell sich das Sarkom ausbreitet,
  • welche Prognose die Erkrankung voraussichtlich hat.

Darüber hinaus hat auch der Gesundheitszustand von Betroffenen einen Einfluss. Deshalb berücksichtigen Ärztinnen und Ärzte bei der Therapiewahl auch,

  • welche Beschwerden ein Patient oder eine Patientin durch das Sarkom hat,
  • ob er oder sie Begleiterkrankungen hat und
  • welche Nebenwirkungen durch die geplante Therapie zu erwarten sind.

Wohin zur Therapie?

Sarkome sind seltene Erkrankungen, deren Behandlung viel Erfahrung erfordert. Fachleute empfehlen daher, sich an ein zertifiziertes Sarkomzentrum zu wenden: An diesen Zentren arbeiten Ärztinnen und Ärzte mit viel Erfahrung in der Therapie von Weichteilsarkomen.

Ein zertifiziertes Sarkomzentrum finden Sie zum Beispiel über die Suche auf der Internetseite OncoMap oder auf den Seiten der Deutschen Sarkom-Stiftung.

Eine Patientin sitzt in einer Chemo-Ambulanz mit anderen Patienten. Eine Krankenschwester bereitet ihre Infusion vor.
Für die meisten Patientinnen und Patienten mit einem fortgeschrittenen Weichteilsarkom kommt eine Chemotherapie infrage [Symbolbild].
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; Foto: Tobias Schwerdt

Ist ein Weichgewebesarkom weiter fortgeschritten, kommt üblicherweise eine systemische Therapie infrage. Eine solche Therapie wirkt im gesamten Körper.

Die meisten Patientinnen und Patienten erhalten eine Chemotherapie. Die erste Therapie erfolgt meist mit dem Anthrazyklin-Wirkstoff Doxorubicin – entweder allein oder als Kombinationstherapie mit einem weiteren Chemotherapie-Medikament.

Eine Kombinationstherapie kommt vor allem dann infrage, wenn die Erkrankung rasch fortschreitet oder starke Beschwerden bestehen. Betroffene erhalten dann beispielsweise zusätzlich Ifosfamid oder Dacarbazin.

Lexikon

palliative Therapie: medizinische Behandlung, die nicht auf die Heilung einer Erkrankung zielt, sondern auf die Verminderung ihrer Folgen; Bei Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium gehört dazu, Symptome zu lindern, Komplikationen zu vermeiden und die bestmögliche Lebensqualität zu erhalten. Auch Therapien, die das Tumorwachstum verlangsamen, können dazu gehören.

Insgesamt versuchen Ärztinnen und Ärzte, die Therapie an die individuelle Erkrankungssituation anzupassen. So gibt es je nach Sarkomtyp einige weitere Medikamente, die sie einsetzen können. Auch mögliche Nebenwirkungen sowie die Wünsche des Patienten oder der Patientin sollten in die Therapiewahl einbezogen werden.

Was lässt sich erreichen? Bei einem fortgeschrittenen Weichteilsarkom ist eine Heilung nur selten möglich. Die Behandlung ist dann oft palliativ: Ziel der Chemotherapie in dieser Situation ist es, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Lebensqualität möglichst zu erhalten.

So läuft eine systemische Therapie ab: Wie häufig und in welcher Form Patientinnen und Patienten eine Chemotherapie erhalten, hängt vom eingesetzten Wirkstoff ab. Die meisten Medikamente werden als Infusion in die Vene gegeben.

Als erste Therapie erhalten viele Betroffene eine alleinige Therapie (Monotherapie) mit Doxorubicin. In manchen Situationen kann auch eine Kombinationstherapie mit einem weiteren Wirkstoff – zum Beispiel Ifosfamid – infrage kommen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten? Die Nebenwirkungen hängen vom eingesetzten Medikament ab. Mehr zu den möglichen Nebenwirkungen von verschiedenen Wirkstoffen lesen Sie unter Chemotherapie-Medikamente: Wirkstoffe und Nebenwirkungen.

Zielgerichtete Therapien bei Weichteilsarkomen

Für einige Patientinnen und Patienten mit einem Weichgewebesarkom können auch zielgerichtete Medikamente infrage kommen. Für manche fortgeschrittene Weichteilsarkome sind beispielsweise Therapien mit sogenannten Tyrosinkinase-Hemmern zugelassen. Einige zielgerichtete Medikamente werden außerdem noch in klinischen Studien untersucht.

Allgemeine Informationen zu zielgerichteten Therapien finden Sie unter Zielgerichtete Krebstherapie: Das Tumorwachstum punktgenau hemmen sowie in unserem Informationsblatt "Zielgerichtete Krebstherapien: Wie funktionieren sie?" (PDF).

Was passiert, wenn die Krankheit weiter fortschreitet? Je nachdem, welche Art von Weichteilsarkom vorliegt, gibt es verschiedene Medikamente für weitere Therapien. Das können weitere Chemotherapie-Medikamente, aber auch zielgerichtete Substanzen sein. Eine Immuntherapie, beispielsweise mit sogenannten Immun-Checkpoint-Hemmern, gehört bislang nicht zu den etablierten Therapien bei Weichteilsarkomen.

Fachleute sprechen bei einer solchen weiteren Therapie von einer Zweitlinientherapie. Üblicherweise erhalten Patientinnen und Patienten dann einen Wirkstoff, der bisher noch nicht bei ihnen eingesetzt wurde. Wenn auch diese Therapie nicht ausreichend anschlägt, stehen weitere Optionen für eine Drittlinientherapie zur Verfügung.

Welche Behandlung infrage kommt, können Betroffene mit ihrem behandelnden Ärzteteam klären. Möglicherweise ist in dieser Erkrankungsphase auch die Teilnahme an einer klinischen Studie sinnvoll.

Bei einem fortgeschrittenen metastasierten Weichteilsarkom kann manchmal eine Operation des Tumors und der Metastasen infrage kommen. Das geht vor allem dann,

  • wenn der Ursprungstumor vollständig entfernt werden kann und
  • wenn nur eine oder wenige Metastasen vorliegen, die ebenfalls vollständig entfernt werden können. Da Weichgewebesarkome vor allem in die Lunge metastasieren, können möglicherweise einzelne Lungenmetastasen entfernt werden.

Fachleute empfehlen dann eine Behandlung ähnlich wie bei einem nicht-metastasierten Weichteilsarkom. Mehr dazu lesen Sie unter Therapie des lokal begrenzten Sarkoms.

Ob eine solche Operation infrage kommt, können Patientinnen und Patienten aber nur individuell mit ihrem behandelnden Ärzteteam klären.

Ein metastasiertes Sarkom im Weichgewebe ist meist nicht mehr heilbar. Unterstützenden Therapien kommt dann eine besondere Bedeutung zu: Sie dienen dazu, die Lebensqualität trotz der Erkrankung zu erhalten und mögliche Beschwerden zu lindern.

Unterstützende Maßnahmen zielen oft darauf ab, Nebenwirkungen der Krebstherapie zu behandeln und zu lindern. Welche Maßnahmen dafür infrage kommen, hängt von den Nebenwirkungen ab und auch davon, als wie belastend Patientinnen oder Patienten sie empfinden.

Mehr zu möglichen belastenden Symptomen und wie diese behandelt werden können lesen Sie unter Nebenwirkungen und Spätfolgen bei Krebs.

Komplementäre und alternative Medizin: Selbst aktiv werden?

Einige Krebserkrankte haben den Wunsch, selbst aktiv zu werden und etwas gegen den Krebs zu tun. Manchmal rücken dann auch alternative oder komplementärmedizinische Methoden in den Fokus – gerade, wenn eine Krebserkrankung als nicht mehr heilbar gilt.

Während manche dieser Verfahren durchaus zur Verbesserung der Lebensqualität geeignet sind, können andere Methoden Risiken haben und beispielsweise die Krebstherapie beeinflussen. Daher ist es für Betroffene wichtig, solche Ansätze mit ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten zu besprechen. 

Mehr zum Thema lesen Sie unter Alternative und komplementäre Methoden in der Krebstherapie: Ein Überblick.

Individuell abstimmen

Allgemeine Empfehlungen, wie oft Verlaufskontrollen gemacht und welche Untersuchungen eingesetzt werden sollen, gibt es nicht. Wie die Betreuung bei einem fortgeschrittenen Weichteilsarkom abläuft, sollten Betroffene daher individuell mit ihren Ärztinnen und Ärzten besprechen. Auch hier empfehlen Fachleute, ein spezialisiertes Sarkomzentrum in die Planung einzubeziehen.

Ist ein Weichgewebesarkom so weit fortgeschritten, dass es nicht geheilt werden kann? Dann ist es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte regelmäßig den Verlauf der Erkrankung untersuchen. Diese Verlaufskontrollen helfen dabei, ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen und die Therapie möglicherweise anzupassen. Auch belastende Symptome können frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Ziele von regelmäßigen Verlaufskontrollen sind: 

  • Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern,
  • die Lebensqualität der Patientin oder des Patienten möglichst lange zu erhalten und
  • soweit möglich zu verzögern, dass die Krebserkrankung fortschreitet.

Zu möglichen Untersuchungen bei Verlaufskontrollen können körperliche Untersuchungen und bildgebende Verfahren gehören.

Psychosoziale Begleitung: Mit einer schweren, fortschreitenden Erkrankung konfrontiert zu werden, kann extrem belastend sein. Patientinnen und Patienten können bei den Kontrollterminen daher auch seelische Belastung ansprechen. Hilfe beim Umgang mit der Erkrankung bieten beispielsweise psychoonkologische Anlaufstellen in Kliniken oder Krebsberatungsstellen. Die betreuenden Ärztinnen und Ärzte können einschätzen, ob möglicherweise eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll ist und manchmal erste Ansprechpartner nennen.

Auch Probleme im Alltag, in der Familie oder gegebenenfalls im Beruf können Thema eines Gesprächs sein. Denn auch zu sozialrechtlichen und beruflichen Fragen gibt es Ansprechpartner, die konkrete Hilfe vermitteln oder Lösungsansätze aufzeigen können.

Nachsorge bei kurativer Behandlung

Konnten zum Beispiel Metastasen entfernt und ein fortgeschrittenes Weichteilsarkom damit in heilender Absicht behandelt werden? Dann empfehlen Fachleute regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Ziel ist es, einen möglichen Rückfall zu erkennen.

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